Medizintechnik in der Coronakrise: Produzieren mit höchster Priorität - FRIWO
01. April 2020

Medizintechnik in der Coronakrise: Produzieren mit höchster Priorität

In der Corona-Krise ist der Bedarf an medizintechnischen Produkten schlagartig explodiert. Innerhalb von Wochen werden nun Jahresbedarfe gefertigt. Wie gehen Zulieferer und Produzenten mit dieser Herausforderung um? Dazu hat das Fachmagazin Markt&Technik mit Christian Hielscher von FRIWO gesprochen.

„Der Bedarf aus der Medizintechnik ist sprunghaft nach oben gegangen. Wir verzeichnen derzeit horrende Nachfragesteigerungen von nahezu all unseren bestehenden Kunden, deren Applikationen dem Kampf gegen Corona zugeordnet werden können. Auch neue Kundenkontakte werden in dieser Zeit deutlich häufiger und wesentlich schneller geschmiedet als zuvor – ein mehr als eindeutiges Signal, wenn nicht gar ein Hilferuf der Branche.

Deutliche Bedarfserhöhungen erleben wir nicht nur bei den Geräten, die man aufgrund der täglichen Nachrichten im Zusammenhang mit COVID-19 im ersten Moment auf dem Schirm hat – etwa Beatmungsgeräte, Patientenmonitore oder Desinfektionslösungen – sondern auch in allen anderen, verwandten Bereichen. Seien es zusätzliche Krankenhausbetten für die eilends geschaffenen Quarantänestationen, benötigte Labortechnik zur Abstrichanalyse oder Infusions- und Ernährungspumpen für die Ernstfälle: Medizinische Netzteile, Ladegeräte und Batterien werden derzeit stärker und schneller benötigt, als wir uns zu erinnern vermögen. Vergleicht man die Auftragseingänge des ersten Quartals aus dem Medizinsektor mit denen des Vorjahres, sehen wir die Wachstumsrate stark in Richtung des dreistelligen Prozentbereichs klettern.

FRIWO ist insgesamt sehr gut gerüstet, die Medizintechnik im Kampf gegen die Pandemie bestmöglich unterstützen zu können.

Dank unseres weltweiten Fertigungs-Setups sind wir glücklicherweise in der Lage, flexibel auf derartige Zusatzbedarfe reagieren zu können. Neben unserem Produktionsstandort in Deutschland haben wir in den letzten Jahren in Vietnam nahe Ho-Chi-Minh-City eine Fertigungsstätte aufgebaut, welche uns auch innerhalb kürzester Zeit die Produktion hoher Volumina ermöglicht – ganz gleich ob vorhandenes Produkt eines Bestandskunden oder komplettes Neuprojekt. Mit dem schnellen Ramp-up von Produkten kennen wir uns darum bereits aus unseren anderen Kompetenzmärkten, etwa der Elektromobilität bestens aus. Zudem unterhalten wir seit vielen Jahren ein Netz an erfahrenen Produktionspartnern, welche uns im Notfall jederzeit unter die Armen greifen können.

Bezüglich der möglichen Versorgungsprobleme auf der Materialseite haben wir uns vor geraumer Zeit entschlossen, uns für die Zukunft möglichst unabhängig aufzustellen und ein hohes Maß an vertikaler Integration bertrieben. So fertigen wir heute in Vietnam nicht mehr nur unsere Endgeräte, sondern in mehreren Werken auch viele benötigte Komponenten selbst – etwa Wandler und Drosseln, Kabel und Leitungen oder Gehäuseteile.

Natürlich produzieren auch wir längst nicht alles in Eigenregie und sind auf eine funktionierende Supply Chain angewiesen, um die lebenswichtigen Zusatzbedarfe der Medizintechnik zu decken – beispielsweise im Bereich der aktiven Bauelemente. Als sich die aktuelle Krise in Ihren Grundzügen abzeichnete, haben wir uns daher gezielt mit Bauteilen bevorratet, großflächig auf Luftfrachten umgestellt und gemeinsam mit den Kunden die gezielte Freigabe von Alternativen für versorgungskritische Komponenten geprüft. Auf dieser Basis sehe wir uns heute insgesamt sehr gut gerüstet, die Medizintechnik im Kampf gegen die Pandemie bestmöglich unterstützen zu können.“

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